Theaterfahrt der zehnten Klassen zu Anne Frank

Am 22. November 2018 besuchten die beiden Grundkurse Deutsch der 10. Klassen das Stück „Anne Frank – nach dem Tagebuch der Anne Frank“ im Jungen Theater in Detmold. Zuvor war im Unterricht bereits das Tagebuch gelesen worden und einige SchülerInnen hatten auf der Abschlussfahrt nach Amsterdam das Hinterhaus-Versteck der Familie Frank in Amsterdam besichtigt. Die Mädchen und Jungen waren also bestens vorbereitet auf die Aufführung.
In der Wohnzimmer-Atmosphäre des „Jungen Theaters“ gelang es der jungen Schauspielerin Wenja Imlau von der ersten Minute, die ZuschauerInnen in ihren Bann zu ziehen. Sie spielte eine Schülerin im  Jahr 2018, die am ersten Tag in der neuen Schule die Aufgabe gestellt bekommt, ein Referat über Anne Frank zu schreiben. Sie beginnt im Internet zu recherchieren, das Tagebuch zu lesen und wird im weiteren Verlauf des sehr intensiven Stückes immer mehr selbst zu Anne Frank und lässt sich nur gelegentlich und sehr unwillig durch ihr Handy ins Jahr 2018 zurückholen.
Durch die zugleich moderne und doch werkgetreue Umsetzung des Tagebuchs, mit Filmeinspielungen und Interviews von Zeitzeugen und ihr eigenes rasantes Spiel in toller Kulisse fesselte Wenja Imlau mühelos ihr junges Publikum bis zum Schluss der Aufführung.

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(Heikke Ufkes)


„Das ist genauso schlimm, als wenn man selbst etwas tut!“

Jessica Gehres hat genau das erlebt, was sich niemand wünscht: Von der 5. bis zur 7. Klasse  wurde die mittlerweile 29Jährige von ihren Mitschülern drangsaliert und gemobbt; am Ende standen Selbstmordgedanken.
 „Alles, was in dem Buch steht, ist wahr!“ Mehrfach wiederholt Jessica Gehres diesen Satz vor den ca. 200 Fünft- bis Siebtklässlern der Johannes-Gigas-Schule Lügde, die ungläubig die Lesung verfolgen. Von der Mitgliedschaft in der angesagtesten Clique  in der 5. Klasse bis hin zum Opfer derselben ist es nur ein kurzer Weg. Jessica stellt sich gegen ihre Clique, um die gleichaltrige Sina zu schützen, die gerade gequält wird. Damit wird sie das nächste Opfer und zwar in einer Weise, die das junge Publikum erstarren und mit angehaltenem Atem zuhören lässt. Mehr und mehr verliert Jessica ihre  Selbstachtung und das Selbstwertgefühl. Sie schwänzt die Schule, ihre Leistungen verschlechtern sich und niemand schützt sie vor der Clique, die sich immer fiesere Schikanen ausdenkt, übelste Gerüchte in die Welt setzt und letztlich auch vor einer „Hassgruppe“ im Internet nicht Halt macht. Die Lehrer merken nichts oder schauen einfach weg und erst durch ihre Schwester, der sie sich nach fast zwei Jahren Mobbing anvertraut, werden die Eltern informiert und handeln sofort. Jessica wechselt die Schule und die junge Wuppertalerin ist fortan wieder ein fröhlicher Teenager, der gerne zur Schule geht, Freunde findet und wieder gute Leistungen erbringt.
Jessica Gehres, die sich im „Bündnis gegen Cybermobbing e.V.“ engagiert,  hat ihre  schockierenden Erlebnisse in dem Buch „Euer Hass hat kein Gesicht“ aufgeschrieben, um damit Eltern und Lehrer, aber auch Opfer, Mobber und die Mitläufer aufzurütteln und zu sensibilisieren.  Und der großen Gruppe der Mitläufer macht sie klar: „Das Nichteingreifen ist genauso schlimm als wenn man selbst etwas tut!“ An die Lehrer appelliert sie, mehr Feingefühl für ihre Schüler zu entwickeln und auf Mobbing sofort und konsequent zu reagieren: „Klassenkonferenz, Suspendierung oder einen Vortrag vor der gesamten Schule zum Thema Mobbing zu halten, sind Konsequenzen, die ein Täter erhalten kann. Und den Täter rät sie genau zu überlegen, ob sie damit leben könnten, einen Menschen auf dem Gewissen zu haben, der sich wegen ihrer Taten umgebracht hat. Deutliche Aussagen, die nachdenklich und betroffen machen.
Aus der geschundenen Kinderseele ist eine selbstbewusste und fröhliche junge Frau geworden, die die unzähligen Fragen der Kinder mit großer Begeisterung kurz und präzise beantwortet und damit vielen Schüleraussagen Raum gibt.
Möglich geworden war diese Lesung durch die Stiftung „Lippe liest!“ in Verbindung mit dem Detmolder „Buchhaus am Markt“, sodass die Mädchen und Jungen kostenfrei eine Schulstunde erleben durften, deren Inhalt auch für Lügde ein Thema ist und  die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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(Heike Ufkes)



„Ich habe schon immer gedacht, es wäre cool,
mal ein eigenes Buch rauszubringen.“

Mareike Allnoch liest in der Johannes Gigas-Schule aus ihrem zweiten Roman

„Ich habe nicht den leisesten Schimmer, wovon Ihr sprecht, Meisterin.“ Dies sind die ersten Worte, die der Flaschengeist Dalan seiner „Meisterin“ Jasmin sagt. Das junge Mädchen, das kurz vor dem Abitur steht und sich in ihrer Schule dank ihres sie stets demütigenden Mitschülers Marco alles andere als wohl fühlt, ist völlig überfordert mit der plötzlichen Präsenz eines Flaschengeistes in ihrem Zimmer. Dabei hatte sie ihn zuvor unwissentlich selbst aus seinem Gefängnis befreit, da sie gedankenverloren an der Flasche gerieben hatte. Dalan hatte in ihr seit seinem 21. Geburtstag im Jahr 1848 ausgeharrt und genau auf diesen Moment gewartet. Doch wie soll Jasmin ihrer Mutter den hübschen Kerl in ihrem Zimmer erklären?
Der zweite Roman „Jasmin-Orangenblütenzauber“ der jungen Autorin Mareike Allnoch aus Bad Pyrmont ist eine Adaption der Disney-Verfilmung von „Aladin und die Wunderlampe“. Alle Figuren bekommen bei ihr jedoch eine andere Rolle und die Handlung ist nach Deutschland verlegt. Die schüchtern-sympathische Protagonistin Jasmin erobert das Herz ihrer Leser im Fluge.
Genau das gelang auch Mareike Allnoch bei ihrer Lesung in der Johannes-Gigas-Schule. Nachdem sie bereits vor zwei Jahren ihren Debütroman „Den Sternen so nah“ in der Schule vorgestellt hatte, präsentierte sie nun den ersten Band der geplanten „Jasmin“-Trilogie. Zuerst las die 22Jährige die Einstiegsseiten  vor und beantwortete anschließend ausführlich die vielen Fragen ihrer Zuhörerschaft aus den 8. und 9. Klassen. Einige Schülerinnen schreiben selbst Geschichten und erhielten von Allnoch viele interessante  Informationen. „Ich habe schon mit 14 Jahren angefangen zu schreiben, es aber  nie ganz durchgezogen“, ermutigte sie ihr Publikum, bei Schreibblockaden nicht sofort aufzugeben und ergänzte: „Irgendwann wollte ich mir selbst beweisen, dass ich es hinbekomme.“ Dass ihr das jetzt bereits zum zweiten Mal erfolgreich gelungen ist, hat die junge Schriftstellerin, die gerade ihre Ausbildung zur Tourismuskauffrau abgeschlossen hat, eindrucksvoll in Lügde bewiesen. Seit dem 7. Juli ist das Buch bereits direkt beim Drachenboot-Verlag erhältlich; der Verkauf in den Buchhandlungen lässt noch ein paar Tage auf sich warten. Schon jetzt freut sich Mareike Allnoch auf die Signierstunde auf der Frankfurter Buchmesse, die im Oktober stattfinden wird.

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(Heike Ufkes)


Lotta,  Heesters, Frau Kackert, die Blödbrüder und viele Fragen

Alice Pantermüller besuchte die Lügder Johannes-Gigas-Schule

Insider wissen bei diesen Namen sofort Bescheid: Gemeint sind einige Hauptakteure der bekannten „Lottaleben“- Kinderbuchreihe von Alice Pantermüller. Das Besondere an dieser Reihe ist, dass die Tagebuchtexte durch viele witzige Zeichnungen aufgelockert werden, die für die Handlung  von wichtiger Bedeutung sind.
Mit ihren Akteuren im Gepäck besuchte die Autorin jetzt die 5. Klassen der Johannes-Gigas-Schule. Das Detmolder „Buchhaus am Markt“ hatte diese Lesung organisiert und ebenso wie der Förderkreis der Schule finanziell unterstützt.
Alice Pantermüller präsentierte sich und ihre Bücher trotz hochsommerlicher Temperaturen in einem Raum voller Kinder locker und flockig. Die Kinder dankten es ihr mit viel Aufmerksamkeit. Viele von ihnen kannten Lotta und Kumpane in- und auswendig und konnten Fragen der Autorin souverän beantworten. Vorgelesen wurde aus dem im Frühjahr erschienenen 13. Band „Die Nacht der 13 schwarzen Katzen“, der ein bisschen gruselig und unheimlich ist: Lotta, die elfjährige Hauptperson der Reihe, geht mit ihrer besten Freundin Cheyenne ins Kino, um sich dort von ihrer Aufregung über den bevorstehenden Vorlesewettbewerb abzulenken. Das gelingt jedoch nur bedingt, da der Film, der dem Buchband den Titel gegeben hat, gruselig ist und die Mädchen hinterher allerlei Gefahren sehen lässt. Und am nächsten Tag kommt die Lehrerin Frau Kackert ins Spiel, die sehr streng ist und es nicht duldet, wenn Späße mit ihrem Namen gemacht werden. Sie erklärt Cheyenne zur Siegerin des Wettbewerbs. Die aber hatte sich nur mit  einem Trick den Sieg erschlichen. Und wer ist Heesters? Die familieneigene Schildkröte, die immer überall rumliegt und die wechselweise die Familienmitglieder stolpern lässt.
Doch es wurde nicht nur vorgelesen, sondern Alice Pantermüller beantwortete geduldig und ausführlich die vielen Fragen der Kinder: „Ich denke, ich werde mindestens 20 Lotta-Bände schreiben, vielleicht auch mehr“, war die Antwort auf die Frage, wie viele Bände es noch geben wird und sie verriet dabei auch, dass die jüngeren Zwillinge der Lottafamilie, von Lotta liebevoll „Blödbrüder“ genannt, die Namen ihrer eigenen Söhne  Jakob und Simon tragen. Welche Figur sie selbst am liebsten mag? „Alle, schließlich habe ich sie ja erfunden, aber ganz gerne mag ich Frau Kackert und manchmal stehe ich auf ihrer Seite“, verblüffte sie ihre jungen Zuhörer, für die die strenge Lehrerin nicht unbedingt eine Sympathiefigur ist.
Ebenfalls überraschte sie mit der Aussage, dass die reine Schreibzeit eines Bandes nur etwa drei Wochen beträgt; hinzu kämen natürlich Vorbereitung und Überarbeitung des Bandes.
Der 14. Band erscheint am 08. Juni und der 15. ist bereits fertig geschrieben und wartet auf die Zeichnungen und den Druck.
Zum Schluss wies Pantermüller auf die anstehende Verfilmung ihrer Lotta-Bücher hin und las eine kurze Sequenz aus dem neuesten Buch vor, bevor sie Bücher signierte und etliche Kinder im „Lotta-Rausch“ entließ.


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(Heike Ufkes)


Jugendbuchautor Ghazi Abdel-Qadir
in der Johannes-Gigas-Schule zu Gast


Am Freitag, den 28. Oktober, war der Jugendbuchautor Ghazi Abdel-Qadir in der Johannes-Gigas-Schule zu Gast, um für die 5. und 6. Klassen aus seinem Leben zu berichten und aus seinen Büchern vorzulesen.  Abdel-Qadir stammt aus Palästina und hat in seinem Leben unter anderem als Hotelboy, Briefeschreiber oder als Kellner und Restaurantbesitzer gearbeitet. Eine Zeitlang war er auch Bauchladenverkäufer. Heute lebt er in der Nähe von Siegen als Schriftsteller.
Seine Erfahrungen schlagen sich in seinen Büchern nieder und in den drei Veranstaltungen, die über den ganzen Vormittag verteilt waren, verstand er es, die Schüler mit seinen Geschichten in den Bann zu ziehen.  Gegen Ende konnten die Kinder ihm Fragen stellen, die er gerne beantwortete.

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(Hans Lammersen)



Gerade mal 20 Jahre jung und schon Autorin

Die Bad Pyrmonterin Mareike Allnoch liest aus ihrem
Debütroman „Den Sternen so nah“ in der Johannes-Gigas-Schule

Erstes Buch, erste Lesung – und von Aufregung war nichts zu spüren. Wie ein Profi meisterte die junge Autorin Mareike Allnoch ihre allererste Dichterlesung, die sie  in der Johannes-Gigas-Schule vor etwa zwanzig überwiegend weiblichen Zuhörern durchführte. Bereitwillig erzählte sie von sich selbst und ihrem literarischen Werdegang. „Seit ich 14 bin, schreibe ich. Aber ich habe nie etwas so richtig zu Ende gebracht. Mit diesem Buch wollte ich auch mir selbst beweisen, dass ich es schaffen kann.“ Zweieinhalb Jahre hat es gedauert, bis Mareike Allnoch ihr Buch fertiggestellt hatte. „Zwischendurch habe ich aber auch noch Abitur gemacht“, erzählt die angehende Tourismuskauffrau, „das hat natürlich viel Zeit gekostet.“ Und dann ging alles ziemlich schnell: Zu vier Verlagen schickte sie ihr fertiges Manuskript. Zwei antworteten gar nicht und einer erst nach einem halben Jahr. Da war aber „Den Sternen so nah“ bereits im kleinen Drachenmond-Verlag erschienen. Die Mitarbeiter waren zudem so angetan von Thematik und Schreibstil der jungen Pyrmonterin, dass sie gleich ein weiteres Buch in Auftrag gaben. Diesen Wunsch erfüllt Allnoch nur allzu gerne und die ersten Ideen sind bereits entwickelt. Es wird um eine Boygroup in London gehen, die mit einem Mädchen eine schicksalhafte Verbindung eingeht. „Mehr wird aber noch nicht verraten, dann würde ich zu viel vorwegnehmen“, bremst die Autorin die Fragen der interessierten Zuhörer aus.
Auch im Erstlingswerk geht es um Musik. Die Protagonistin Nina besucht mit ihrer Freundin Isabel ein Konzert des angesagten Hip-Hoppers Jai. Das sich anschließende Meet & Greet verläuft sehr negativ, sodass Nina sich einige Monate später nur nach einer Bedenkzeit entschließt, das Angebot als Backgroundsängerin bei Jai einzusteigen, anzunehmen. Dann nimmt alles Weitere seinen Verlauf und kann in „Den Sternen so nah“ nachgelesen werden.
Nach der bravourös gemeisterten ersten Autorenlesung („Ich war schon ganz schön aufgeregt!“) freut sich Mareike Allnoch jetzt zunächst einmal auf die Frankfurter Buchmesse, auf der sie am 22. und 23. Oktober beim Drachenmond-Verlag ihr Buch signieren wird. Etwas ganz Besonderes wird für sie ein Treffen mit der bekannten Autorin Kerstin Gier, deren Bücher sie gerne liest und die sie als schriftstellerisches Vorbild betrachtet.

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(Heike Ufkes)




Annette Weber zu Gast in der Johannes-Gigas-Schule


Die Kinder- und Jugendbuchautorin Annette Weber aus Bad Lippspringe ist ein gern gesehener Gast in der Johannes-Gigas-Schule. Bereits zum dritten Mal las sie jetzt aus ihrem umfangreichen Werk den Siebt- und Achtklässlern vor. Und diese Mädchen und Jungen hingen fasziniert an ihren Lippen, waren über eine Doppelstunde höchst konzentriert und stellten frei heraus Fragen zur Person, der Arbeit als Schriftstellerin oder auch die wichtige Frage nach dem Lieblingsfußballverein, der natürlich aus dem benachbarten Paderborn kommt.
Annette Weber kam erkennbar gut an, mit ihrer Authentizität, ihren gut verständlichen, realistischen Büchern und ihrem souveränen Umgang mit den Jugendlichen, der nicht zuletzt auf ihrer langjährigen beruflichen Tätigkeit als Grundschullehrerin beruht.
Damit war allerdings vor gut zehn Jahren Schluss. „Ich habe gemerkt, ich arbeite den ganzen Tag“, umreißt sie die Beweggründe für die Aufgabe des erlernten Berufs. „Die Schule wurde immer mehr, das Schreiben wurde immer mehr und ich wusste, ich musste irgendetwas ändern.“ Ein Jahr Beurlaubung hieß das Ergebnis der Überlegung. Doch daraus wurde für immer.
Mittlerweile hat sie mehr als 90 Bücher geschrieben und aus einigen las sie nun vor. „Das ist mein Typ, du Miststück!“ war eins davon: Charlotte gewinnt eine Sprachreise nach England und muss sich deshalb für drei Monate von ihrem Freund Markus trennen. Aus Angst, dass sich Nina an ihn heranmacht, bittet sie ihre beste Freundin Marlene, auf Markus aufzupassen. Doch es kommt wie es kommen muss: Markus und Marlene verlieben sich ineinander und als Charlotte zurückkommt, bricht für sie eine Welt zusammen. Vielschichtig werden die Charaktere der Hauptpersonen in diesem Buch gezeichnet und dennoch gelingt es den Mädchen und Jungen mühelos, der Geschichte und dem emotionalen Ausnahmezustand besonders von Marlene zu folgen.
Ursprünglich schrieb die Mutter dreier inzwischen erwachsener Söhne nur für ihre Jungs, die dann auch ihre ersten Kritiker waren. Das erste Buch „Sauf ruhig weiter, wenn du meinst!“ war ihnen denn auch zu „mädchenfreundlich“, sodass im zweiten Buch „Keine Chance-wer geht denn schon mit Türken?“ die weibliche Hauptperson zickig und anstrengend ist.
Immer mal wieder baut sie typische Sprüche oder Dinge, die ihren Söhnen passiert sind, in ihre Bücher ein. „Alles andere ist aber frei erfunden“, betont sie.
Überraschen konnte Annette Weber auch mit ihren Türkischkenntnissen: „In Duisburg hatte ich sehr viele türkischstämmige Kinder in meiner Klasse. Da habe ich Elternsprechtage auf Türkisch abgehalten.“
Fazit der Dichterlesung: Annette Weber ist eine Schriftstellerin, der es mühelos gelingt, mit ihrer Persönlichkeit und ihren Büchern die jungen Zuhörer in ihren Bann zu ziehen und sie zum Zuhören und Lesen zu motivieren.

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(Heike Ufkes)


Lothar Schröer brachte den Kindern Märchen näher

„Macht die Märchen kindgerecht!“ Diese Aufforderung ihres „Chefs“ Clemens Brentano veranlasste die Gebrüder Grimm, die bei ihm als Schreiber arbeiteten, im Jahr 1812 ihr erstes Märchenbuch für Kinder zu veröffentlichen. „Zuvor waren Märchen nur etwas für Erwachsene und Kinder wurden aus dem Zimmer geschickt.“ Dieses wusste der aus Dörentrup stammende Märchenerzähler Lothar Schröer den Mädchen und Jungen der 5. und 6. Klassen der Johannes-Gigas-Schule zu berichten. Fünftklässler Vincent wusste auch den Grund hierfür: „Weil Märchen immer so brutal sind.“
Das war es aber auch schon fast zu den nackten Fakten. Was dann die Kinder in den Bann zog, war ein Feuerwerk aus Märchen und Geschichten, die Schröer auf unnachahmlicher Weise den Zuhörern präsentierte.
Den Anfang machte das allererste von den Brüdern Grimm aufgeschrieben Märchen: Drei Prinzen sollen auf einen Birnbaum aufpassen, den der Vater abernten will. Zuerst ist der Älteste an der Reihe: Während eines ganzen Jahres achtet er auf den Baum. Er sieht den Schnee auf den Ästen, die Blüten im Frühjahr, das frische Grün der Blätter und schließlich im Herbst die Früchte, doch schläft er in der Nacht vor dem Erntetag ein und am anderen Morgen sind die Birnen verschwunden. Genauso ergeht es im darauffolgenden Jahr dem Zweitgeborenen. Im dritten Jahr ist der jüngste Bruder, von allen nur „Dümmling“ genannt, an der Reihe. Er jedoch bleibt wach und beobachtet, wie eine weiße Taube die Früchte nach und nach vom Baum holt und in einem Berg versteckt. Er folgt der Taube, befreit sie von einem Zauber und vor ihm steht eine wunderschöne Prinzessin, mit der er viele Jahre das Königreich regiert.
Es folgten viele weitere Geschichten, mit denen der gelernte Märchenerzähler Schröer („Ich war zwei Jahre auf einer Märchenschule, obwohl ich eigentlich Kaufmann bin, ein total langweiliger Beruf!“) seine jungen Zuhörer faszinierte. Warum Elefanten ihre langen Rüssel am Limpopo-Fluss in Afrika kriegen, erfuhren sie durch ein Märchen von Rudyard Kipling und auch, wie gefährlich ein kleiner Handspiegel für das Eheglück sein kann und warum es gar nicht so schön ist, die Tiersprache zu verstehen.
Gruselig wurde es mit „Paddy Ahern“ aus Irland, der eines Nachts eine haarsträubende Geschichte erlebte, die sich am Ende nur als Traum herausstellte.
Schröer spielte gekonnt mit Gestik, Mimik und natürlich seiner Stimme und schlüpfte so in die unterschiedlichen Rollen seiner Geschichten. Immer wieder bezog sein junges Publikum durch kleine Mitmachaktionen in seine Darbietungen ein. Zudem gelang es ihm mühelos, die Kinder selbst zum Erzählen zu bewegen. Die Fünftklässler Kara und Justin erzählten und spielten selbstbewusst eine russische Version „Vom Fischer und seiner Frau“ und ernteten dafür viel Applaus.

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(Heike Ufkes)



Dichterlesung in der Johannes-Gigas-Schule war toller Erfolg
Hans-Jürgen Feldhaus präsentierte „Echt abgefahren!“

„Herr Feldhoff war witzig, er hat auch uns Kinder mit einbezogen und ich fand es einfach schön!“ So positiv äußerte sich Sechstklässler Leon nach der Dichterlesung mit Hans-Jürgen Feldhaus, die die Johannes-Gigas-Schule für die fünften und sechsten Klassen mit finanzieller Unterstützung der Detmolder „Buchhandlung am Markt“ anbieten konnte. Doch nicht nur Leon, sondern eine überwältigende Mehrheit der etwa 130 Mädchen und Jungen lieferte tolle Rückmeldungen auf die Veranstaltung in der Aula.

Hans-Jürgen Feldhaus, studierter Grafik-Designer aus Münster, präsentierte den sehr aufmerksamen Kindern sein erstes Buch „Echt abgefahren!“, das er nicht nur geschrieben, sondern auch reichlich im Stile eines Comics illustriert hat. Während der Lesung zeichnete er, ließ einzelne Cartoons auf der Leinwand erscheinen und schlüpfte stimmlich immer wieder in die Rollen seiner Hauptdarsteller. Sechstklässler Can meinte dazu: „Er war super drauf und immer, wenn er eine andere Person gesprochen hat, war seine Stimme anders.“
Insbesondere den Mitschüler Hendrik Lehmann unterschied Feldhaus stimmlich deutlich vom Ich-Erzähler Jan Hensen. Dieser hochintelligente Klassenkamerad, vom sich selbst so bezeichnenden „Loser“ Jan allerdings nur „Vollidiot“ genannt, läuft Jan im Sommerurlaub am Comer See tatsächlich über den Weg. In alterstypischer, z.T. sehr drastischer Sprache, schildert Jan den Urlaubsverlauf, aber auch („Ihr merkt schon, Jan kommt sehr leicht vom Thema ab.“) Ereignisse aus dem (Schul-)Alltag der beiden. Highlight ist die Klassenfahrt in den Harz, auf der Hendrik aus Platzmangel mit Jan und seinen drei Freunden vom Klassenlehrer Herrn Krüger in ein gemeinsames Zimmer gestopft wird. Am letzten Abend geht bei einem Lagerfeuer der fünf Jungen tatsächlich eine Holzhütte in Flammen auf.

Besonders gut gefiel den jungen Zuhörern, dass Feldhaus sie immer wieder ins Geschehen mit einbezog. So durfte Fünftklässler Luca Jans Klassenlehrer Herrn Krüger mit einer Brille „verschönern“ und erhielt dafür als Dankeschön das ganze Kunstwerk.
Immer wieder gelang es Feldhaus spielend, die Aufmerksamkeit seiner Zuhörerschaft zu fesseln und für seine Geschichte zu begeistern.
Auf die Frage, ob sie Freunden oder Geschwistern diese Dichterlesung weiterempfehlen würden, gab es von den Teilnehmern ein einstimmiges: „Auf jeden Fall!“

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(Heike Ufkes)




Jugendbuchautorin Annette Weber traf auf große „Fangemeinde“

Bereits auf dem Weg in die Schule wurde sie erkannt und freundlich von einigen Schülern begrüßt. „Sind Sie Frau Weber?“ Und auf ihre Zustimmung: „Ich hab's doch gewusst!“ Schließlich war es auch nicht ihr erster Besuch in der Johannes-Gigas-Schule. Bereits im vergangenen Schuljahr hatte die bekannte Jugendbuchautorin Annette Weber der Johannes-Gigas-Schule einen sehr erfolgreichen Besuch abgestattet und dadurch jetzt für „Wiedererkennung“ gesorgt.
„Mit meinem Tagebuch fing alles an. So bin ich zum Schreiben gekommen. Danach schrieb ich Lovestorys für die „Bravo“. Das war gar nicht mal so leicht, denn die mussten witzig und ein bisschen kritisch sein und am Ende auch noch eine unerwartete Wendung nehmen.“ Mit diesen Einblicken in ihre „schriftstellerische Frühzeit“ eröffnete Annette Weber ihre Lesung. Sie stieß dabei auf sehr interessierte Siebt- und Achtklässler, von denen sich einige gut mit ihren Büchern auskannten. „Ich habe alle Bücher von Annette Weber gelesen“, kommentierte Achtklässlerin Joanna die Veranstaltung, „und die sind alle richtig toll.“ Im Unterricht hatte Joanna lediglich „Im Chat war er noch so süß“ erarbeitet, doch dadurch offenbar Gefallen an Webers Büchern gefunden. Leseförderung ganz praktisch! „Das Chat-Buch ist mein Bestseller und wurde mittlerweile schon 120 000 mal verkauft“, erklärte Weber.
Auf die Frage: „Warum schreiben Sie?“ antwortete sie freimütig: „Das Schöne ist, ich kann schreiben, bis ich 107 werde. Ich muss nicht irgendwann aufhören und in Rente gehen. Auch schreibe ich, weil ich mich viele Dinge nicht trauen würde. Als Schriftstellerin geht das, da kann ich auch mal ein Junge sein oder völlig schräge Dinge machen.“
Souverän ging die aus Bad Lippspringe stammende „gelernte Grundschullehrerin“ auf alle Fragen ein und las anschließend aus „Keine Chance – Wer geht denn schon mit Türken?“ Hierin verliebt sich eine „Pferdetussy“ in den türkischstämmigen Sinan, der sich auf einem Pferdehof Geld für einen anstehenden Diebstahlsprozess verdient. Ihren Eltern ist diese Freundschaft nicht „standesgemäß“ und so sind Konflikte vorprogrammiert.
Wichtig ist Annette Weber, dass ihre Bücher auch von „Nichtlesern“ gelesen werden. Deshalb sind sie „dünn, haben kurze Kapitel, eine große Schrift und Themen, die die Jugendlichen wirklich ansprechen.“ Der Erfolg gibt ihr Recht. Ihre Bücher kommen an und werden auch außerhalb der Schule gerne gelesen.

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(Heike Ufkes)

„Ich habe zwei Kinder, zwei Meerschweinchen und euch.“
Schriftstellerin Christina Bacher zu Gast in der Johannes-Gigas-Schule

Sie ließ wahrhaftig keine Frage unbeantwortet, die die sehr gut auf ihren Besuch vorbereiteten Mädchen und Jungen ihr stellten. „Ist das nicht langweilig, jeden Tag nur am Computer zu sitzen und Bücher zu schreiben?“  Diese Frage brannte dem Sechstklässler Carsten unter den Nägeln und die Journalistin und Schriftstellerin Christina Bacher klärte ihn und seine Mitschüler aus den 5. und 6. Klassen der Johannes-Gigas-Schule auch sofort auf: „Ich habe zwei Kinder, zwei Meerschweinchen und euch. Das bedeutet, dass ich neben dem Schreiben auch noch eine Menge weiterer Aufgaben habe. Jetzt bin ich hier bei euch und mit so vielen Kindern in einem Raum zu sein, ist ja etwas völlig anderes als alleine vor dem Computer zu sitzen und zu schreiben.“  Und ergänzend fügte sie hinzu: „Eigentlich komme ich nur an zwei Tagen in der Woche zum Schreiben und wenn man etwas gerne macht, dann freut man sich natürlich auch darauf. Wenn ich nicht schreibe, dann bin ich schlecht aufgelegt. Genau wie ein Fußballspieler, der nicht gegen den Ball treten darf.“
Gut aufgelegt präsentierte sie nach den ersten Fragen Auszüge aus ihrem gemeinsam mit Ulrich Noller verfassten Kinderbuch „Die Fahrradleiche“. In diesem ersten Band aus der mittlerweile fünf Bücher umfassenden Reihe „Bolle und die Bolzplatzbande“ geht es um vier Kölner Kinder, die sich an die nicht immer ganz ungefährliche und damit sehr spannende Aufklärung von Fahrraddiebstählen machen.
Fasziniert hörten die Mädchen und Jungen Christina Bacher zu, der es sichtlich Freude bereitete, die verschiedenen Charaktere in unterschiedlichen Stimmlagen zum Leben zu erwecken. Doch den Schluss der Geschichte verriet sich nicht. „Auf den letzten 30 Seiten passiert noch sehr viel. Das müsst ihr einfach selber lesen“, animierte sie ihre jungen Zuhörer zum Weiterlesen.
Entstanden war die Serie um „Bolle“ erst vor wenigen Jahren aus einer Hörfunkserie mit Kurzkrimis, von denen Christina Bacher auch noch zwei zum Mitraten präsentierte. Und sie bescheinigte den Kindern „kriminalistischen Spürsinn“ bei der Aufklärung der Fälle. Als Belohnung gab es für jedes Kind eine frisch signierte Autogrammkarte und die Möglichkeit, eines der fünf Bücher sofort zu erwerben und von der Autorin signieren zu lassen. Das Detmolder „Buchhaus am Markt“ hatte die Lesung großzügig gesponsert und war mit einem kleinen Büchertisch anwesend.

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(Heike Ufkes)


Autorin schreibt mit großer Begeisterung Bücher für „Nicht-Leser“

Annette Weber präsentierte ihre Werke in der Johannes-Gigas-Schule

Bücher für „Nicht-Leser“? Was im ersten Moment paradox erschien, entpuppte sich im Verlauf der Dichterlesung mit Annette Weber als völlig realistische Antriebsfeder, Bücher mit aktuellen Themen für Jugendliche zu schreiben, die nicht gerne lesen. „Jugendliche lesen nicht mehr gerne, schon gar nicht unter der Bettdecke, wie ich es noch gemacht habe“, konstatierte Weber gleich zu Beginn ihres Besuches bei den Acht- und Neuntklässlern der Johannes-Gigas-Schule und nahm auch ihre drei eigenen Söhne von der allgemeinen Leseunlust nicht aus. Sie hatten ihrer Mutter dann auch frühzeitig die Gründe dafür verraten: „Bücher sind zu dick, zu klein geschrieben und langweilig.“ Also setzte sich Annette Weber hin, um „andere“ Bücher zu verfassen. Dünn, in etwas größerer Schrift und mit altersspezifischen Themen. Davon konnten sich die Schüler dann auch alsbald überzeugen. Annette Weber las aus ihrem Buch „Im Chat war er noch so süß!“ eine Passage vor, in der es um ein Mädchen geht, das von einem Mann massiv telefonisch belästigt wird. Was dieses Mädchen nicht weiß: Ihre Freundin Sarah, Hauptperson des Romans, hatte ihren Namen und ihre Anschrift im Chat preisgegeben, um sich selbst zu schützen. Doch auch sie gerät durch das Chatten in höchste Gefahr.
Ungeteilte Aufmerksamkeit gab es auch bei der Leseprobe aus „Abgemixt“, ein Buch über einen jungen Türken, der schon früh auf illegalem Wege Geld verdienen will und bereits mit siebzehn Jahren für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis muss. Das Besondere an dieser Geschichte: Sie ist wahr! „Ich bin alle 14 Tage ins Gefängnis gefahren, um den jungen Mann, der sich im Buch Hasan nennt, zu besuchen“, informierte Weber ihre Zuhörer und ergänzte: „Mittlerweile ist Hasan entlassen, macht eine Ausbildung und es scheint ihm ganz gut zu gehen.“
Zwischendurch beantwortete die ehemalige Lehrerin immer wieder Fragen zu ihrer Person, den Büchern und der schriftstellerischen Arbeit und überraschte mit der Aussage, dass sie an einem Buch durchschnittlich nur 25 Cent verdient. „Ich kann davon leben, aber in einem Schloss wie Joanne K. Rowling lebe ich nicht!“
Annette Weber schreibt in ungeschönter Jugendsprache, sie redet Klartext zu Themen, die die Jugendlichen wirklich betreffen und trifft damit genau den Nerv ihres jungen Publikums, das konzentriert und interessiert ihre Ausführungen verfolgte.

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(Heike Ufkes)