Lesen an ungewöhnlichen Orten

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(Petra Opel)



Leseförderung an der Johannes-Gigas-Schule

Lesen? Laaangweilig! Bücher? Viel zu dick, schwer und völlig uncool!
Solche Aussagen hört man gelegentlich. Nicht nur von Jugendlichen. Auch an der Lügder Johannes-Gigas-Schule. Doch hält sie mit großem Erfolg dagegen und ist dafür bei der Qualitätsanalyse besonders positiv bewertet worden. Lesen als die wichtigste Schlüsselkompetenz, die gleichwohl alle anderen Bereiche aufschließt, wird hier besonders gefördert. Doch dürfen sich das die Lehrkräfte nicht allein auf ihre Fahnen schreiben.
Dank der engagierten Arbeit der Schulbibliothekarin Petra Opel, die bereits seit genau zehn Jahren die Schülerbücherei und auch das Selbstlernzentrum leitet, gibt es jährliche Zuwachsraten bei den Buchausleihen. Im laufenden Schuljahr werden es voraussichtlich mehr als 2000 werden. Das liegt an den etwa zwölf Mädchen und Jungen, die in den Pausen gerne und reihum ihren „Büchereidienst“ versehen, aber auch an den vielen Aktionen und Veranstaltungen rund um das Buch, die Petra Opel mit viel Herzblut immer wieder anregt und durchführt. So wurden kürzlich 16 Siebt- bis Neuntklässlern zu Lesescouts ausgebildet. „Lesescouts gibt es in unserer Region nur wenige. Doch sie können enorm bei der Leseförderung helfen“, ist sich die Schule sicher. Sie geben jetzt ihre Begeisterung für Bücher an die jüngeren Kinder weiter und entwickeln zugleich eigene weiterführende Ideen zur Leseförderung.
Daneben gibt es an der Johannes-Gigas-Schule aber auch die schon klassisch zu nennende alljährlich stattfindende Dichterlesung, die Teilnahme am Vorlesewettbewerb des Deutschen Börsenvereins für die Sechstklässler, Präsentation der eigenen Lieblingsbücher, Bereitstellung von Bücherkisten für den Unterricht usw. Neu hinzugekommen ist 2018 ist die Teilnahme am Bundesweiten Vorlesetag am 15. November in der Evangelischen Kirche, der so positive Resonanz erfuhr, dass er 2019 wiederholt werden soll.
Und was macht die Leseförderung noch aus? Da braucht Petra Opel nicht lange nachzudenken: „Buchvorstellungen!“, lautet die Antwort. „Neue Bücher müssen den Kindern unbedingt vorgestellt werden, damit Kind und Buch den Weg zueinander finden.“ Und so werden regelmäßig die Deutschlehrer und deren Klassen in die Bücherei eingeladen, um mit den neuen Werken vertraut gemacht zu machen. Mit viel Sachverstand und finanzieller Unterstützung beispielsweise des Förderkreises hat sie zuvor die neuesten Bücher eingekauft und damit die Bibliothek auf den neuesten Stand gehalten. „Mit uralten Schinken kann man die jungen Leser nicht mehr locken, da muss aktuelles Lesefutter her!“ Und damit die Bücherei nicht aus allen Nähten platzt, verkauft sie dann die Altware auf den Elternsprechtagen und am Tag der Offenen Tür zum Kilopreis.

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(Heike Ufkes)




Workshop bildete Lesescouts der Johannes-Gigas-Schule weiter


Lesen gehört zu den wichtigsten Kulturtechniken, die ein jedes Kind in der Schule erlernen muss. Wer nicht richtig lesen kann, fühlt sich ausgegrenzt und wird schnell ausgeschlossen. Seit dem Sommer 2018 geht die Lügder Sekundarschule neben der „traditionellen“ Lesevermittlung zusätzlich einen weiteren Weg, Schülerinnen und Schüler ans Lesen und an Bücher heranzuführen. Sogenannte „Lesescouts“ helfen in der Mittagspause Mädchen und Jungen der unteren Klassen, in die fantastische Welt der Bücher einzutauchen. Mit kreativen Ideen begeistern sie, die sie zumeist selbst Viel-und Gerneleser sind, die Jüngeren.  Initiiert worden war diese ungewöhnliche Idee von der  Schulbibliothekarin Petra Opel, die auch jetzt einen Workshop für die Lesescouts organisiert hat. Renate Müller de Paoli, Referentin in der Leseförderung, vermittelte den 16 Siebt- bis Neuntklässlern einen Vormittag lang Tricks und Tipps im Umgang mit Büchern und Kindern. Viele Übungen machten den Jugendlichen Spaß, war doch ihre Kreativität gefordert, z. B. beim Erfinden von Buchtiteln oder beim Sprechen von Zungenbrechern in unterschiedlichsten Emotionen. Doch auch beratend sollen sie „ihren“ Kindern zukünftig zur Seite stehen und Buchtipps geben können. Da schlugen sich die Scouts prima, denn alle sind Stammgäste in der umfangreichen Schülerbücherei und haben selber bereits viele fantastische, traurige oder lustige Bücher verschlungen. Weniger Anklang fanden Übungen zur Atemtechnik, doch: „Nur warme Stimmbänder und Lippen lesen gut“, erklärte Müller de Paoli deren Sinn und Zweck. 
Abschließend sollten die Lesescouts sich zukünftige Leseaktionen überlegen. Ganz oben auf der Liste steht dabei die eigene Vorstellung auf der nächsten Schülerversammlung  und auf der Homepage. Die Teilnahme am bundesweiten Vorlesetag im November soll nach dem Erfolg im Jahr 2018 unbedingt wiederholt werden und auch die Überlegung, an der Johannes-Gigas-Schule eine Arbeitsgemeinschaft „Lesescouts“ anzubieten, reift unaufhörlich heran.

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(Heike Ufkes)



„Bücher sind ein gutes Mittel sich zu bilden.“

100 Jahre Lions-Club – 100 Bücher für die Schule

2017 wird der Lions-Club 100 Jahre, doch statt anlässlich dieses runden Geburtstages Geschenke zu erhalten, wurde er zum Anlass genommen, die drei lippischen Sekundarschulen in Horn-Bad Meinberg, Blomberg und Lügde mit einer großzügigen Spende zu bedenken.
Die Johannes-Gigas-Schule Lügde konnte sich jetzt über „100 Bücher für 1000 Euro“ freuen und damit den Bestand der Schülerbücherei ansehnlich aufstocken. Schulbibliothekarin Petra Opel machte es keine Schwierigkeiten, eine Bücherliste zu erstellen, erhält sie doch immer wieder Wünsche nach aktuellen Schmökern aus der Schülerschaft. „Im letzten Schuljahr haben wir genau 2000 Bücher ausgeliehen. Das versuchen wir in diesem Jahr mit den
brandneuen Bänden natürlich zu toppen“, äußerte Petra Opel sich zuversichtlich, als Alfred Westermann, Dr. Heinz Wesch und Andreas Krentz vom Lions-Club Blomberg jetzt zur Übergabe in der Schule erschienen. 
Der Lions-Club Blomberg, der sowohl international als auch regional hilft, hatte anlässlich des „Welttags des Buches“ am 23. April 2016 zu einer Lesung mit dem renommierten Schriftsteller, Moderator und Journalisten Hubertus Meyer-Burckhardt eingeladen und damit den Grundstein für diese Spende gelegt.
„Wir fühlen uns mit unseren Berufen und unserer Bildung gesegnet und wollen davon gerne etwas zurückgeben“, erklärte Alfred Westermann die Beweggründer für die umfangreiche soziale Hilfe der Lions. Er forderte die anwesenden Büchereihelferinnen und  den -helfer auf zu überlegen: „Welche Möglichkeit finde ich, mich einzubringen, mitzuhelfen?“ Bis dahin ist es aber zuerst noch erforderlich, viel zu lernen, um später einen guten Beruf ausüben zu können.  „Bücher sind ein gutes Mittel sich zu bilden!“ Dass dieser Satz auch in Zeiten des Internets und der Fülle von digitalen Daten einen hohen Wahrheitsgehalt hat, konnten Schulleiter Uwe Tillmanns und die Büchereihelfer nur bestätigen, die sofort nach „Freigabe“ die Bücher in die Hand nahmen und am liebsten sofort anfangen wollten, zu lesen.

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(Heike Ufkes)